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Warendorf - eine Stadt verliert ihr Gesicht

In der letzten Kiepenkerlausgabe haben wir mit Nachdruck auf den Abriss von historischen Gebäuden in der Altstadt von Warendorf in den letzten 50 Jahren hingewiesen. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. In Leserbriefen wurden die Autoren teilweise scharf angegangen und sogar deren Kompetenz und Seriosität in Frage gestellt. Aber der Abriss der kartierten Häuser lässt sich nicht leugnen. Sie sind für immer aus dem Stadtbild verschwunden.

Im Münsterviertel hat eine komplette Flächensanierung stattgefunden die sämtliche Altstadtstrukturen zerstört hat. Ein- und mehrgeschossige Häuser mit Flachdächern, Reihenbebauungen mit eintönigen Fassadengestaltungen und verklinkerte Betonbauten bilden kein Indiz für einfühlsames Bauen im historischen Kontext.

Dem vielfach sich wiederholenden Argument, dass die uns nachfolgenden Generationen auch ein Anrecht auf Architektur unserer Zeit hätten, können auch wir nur beipflichten. Schließlich ist die Stadt bereits seit der Mitte des 19. Jahrhundert über den Promenadenring hinausgewachsen. Die Architekten und Bauherren können sich auf reichlich Flächen austoben und Werte schaffen, die dann von den nächsten Generationen noch bewundert werden können.

Das Leben in historischen Häusern innerhalb einer erhaltenen historischen Altstadt ist offensichtlich wieder zeitgemäß. In vielen Städten bemühen sich Menschen um eine Immobilie. So auch in Warendorf. Die Altstadtfreunde bekommen wöchentlich Anfragen von Warendorfern und auswärtigen Interessenten. Die Liste wird immer länger. Der Leerstand einzelner Denkmäler lässt sich in Warendorf also nicht mit mangelnder Nachfrage erklären, sondern neben dem Sanierungsstau vor allem mit den oft völlig überzogenen Verkaufspreisen. Hier muss sich dringend etwas ändern.

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