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Die Altstadtfreunde Warendorf – ein Porträt

Stadt- und Baugeschichte zu erforschen und für die Bürger und Besucher transparent zu machen, gehört zu den Aufgaben des Vereins. Dabei gilt die besondere Aufmerksamkeit den kleinen Häusern, deren Aspekte für die Stadtgeschichte oft nicht erkannt werden. Die prächtigen Bürgerhäuser am Markt haben es im Gegensatz dazu viel leichter. Die Mitglieder helfen aber auch bei Renovierungsmaßnahmen mit Beratung, Muskelkraft und begrenzt mit finanziellen Zuschüssen. Dabei werden Fördertöpfe recherchiert und Anträge formuliert.

Meist unscheinbar waren die verschiedenen Häuser, die in den zurückliegenden Jahren von den Altstadtfreunden oder mit Unterstützung des Vereins von den jeweiligen Eigentümern restauriert wurden. So unterschiedlich sie auch waren, am Anfang musste stets auf die Bedeutung des Hauses für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt hingewiesen werden. Denkmalpflege ist kein Selbstläufer. Alte Häuser werden oft als Last empfunden, die Auflagen der Denkmalpflege als hohe Bürde. Nüchterne Rechner verlangen nicht selten den Abbruch. Die Diskussionen um Energieeinsparungen machen den Anreiz, ein Fachwerkhaus zu erwerben, nicht einfacher. Einen Neubau auf der grünen Wiese zu errichten, scheint vielen wirtschaftlicher.

Da ist es umso wichtiger, Wohnqualitäten auch in der Altstadt zu fordern. Die Altstadtfreunde kämpfen dabei nicht nur um den Erhalt denkmalgeschützter Häuser, sondern sorgen sich auch um die Sicherung von Grundbedürfnissen: Schaffung von verkehrsberuhigten Zonen, Erhalt von Kindergärten und Grundschulen, Begrünung von Straßen und Plätzen, Aufstellung von Spielbrunnen und Pumpen, Installierung von altstadtgerechten Straßenlaternen, Möblierung von Straßenräumen als Treffpunkte der Nachbarn. Die Veranstaltung der jährlichen Altstadtfeste an wechselnden Standorten sorgt nachdrücklich für nachbarschaftliche Beziehungen.

Die verschiedenen Standorte des von den Altstadtfreunden entwickelten Dezentralen Stadtmuseums fordern Besucher auf, die Stadt zu erkunden. Für sie ist es in Warendorf ein besonderes Erlebnis, in den erhaltenen Straßen an historischen Gebäuden vorbeizuschlendern und hin und wieder auch in die Häuser hineingehen zu können. Hier reduziert sich die Geschichte der Häuser nicht nur auf die Fassaden.

Die Halbjahreszeitschrift „Warendorfer Kiepenkerl“, die zusammen mit weiteren Warendorfer Vereinen herausgegeben wird, nutzt der Verein für Aufsätze zur Bau- und Sozialgeschichte der Denkmallandschaft. In einzelnen Leporellos werden jeweils die Museumshäuser vorgestellt. Durch Vorträge sowie thematische Stadtführungen werden Zusammenhänge aufgezeigt.

Die eigene Stadt besser zu verstehen, scheint der Schlüssel für die öffentliche Akzeptanz bei der Erhaltung der historischen Gebäude zu sein. Dabei geht auch der Blick über den eigenen Stadtrand hinaus. Tagesreisen und Studienreisen innerhalb Deutschlands und in das benachbarte Ausland sind daher feste Bestandteile der Vereinsarbeit.

 

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